Skip to main content

Zur optimalen Förderung unserer jüngsten Nachwuchshandballer und Nachwuchshandballerinnen hat der DHB die folgenden Informationen als grundlegende Leitlinie für die altersgerechte Anpassung der Handballregeln in Kinderhandball zusammengestellt.

Leitlinie im Kinderhandball

(1)    Die gezielte, methodisch aufgebaute individuelle Schulung unserer Nachwuchsspieler und Nachwuchsspielerinnen ist die klare Leitlinie unserer Rahmentrainingskonzeption für eine langfristig angelegte Handballausbildung.

(2)    Der DHB verfolgt dabei die Philosophie, dass durch das Vorschreiben einer bestimmten Abwehrspielweise für diese Altersklassen – Manndeckung oder 1:5-Abwehr – auch im Wettspiel die Rahmenbedingungen geschaffen werden, unter denen unsere Kinder ihr individuelles Repertoire ausbilden und auf der Basis ihrer natürlichen Spielfreude eine altersgerechte Form der Spielfähigkeit entwickeln können. Die taktische Schulung einer bestimmten Abwehrformation ist untergeordnetes Ziel.

Pädagogische Leitlinien im Kinderhandball

Die Lebenswelt unserer Kinder hat sich in den letzten Jahren enorm verändert. Viele aktuelle Untersuchungen belegen bei Schulkindern akuten Bewegungsmangel und Koordinationsschwächen bzw. sogar erhebliche gesundheitliche Mängel. Eine zeitgemäße Anpassung in den Kinder- und Jugendabteilungen der Vereine ist notwendig, um Handball alters- und entwicklungsgerecht spielen zu können.

Wichtig: Trainingsinhalte, Wettspiele und Spielregeln im Kinderhandball (Link Regeln im Kinderhandball) sind deshalb nicht mit denselben Maßstäben zu messen wie z. B. in den älteren Jugendspielklassen!

Im Folgenden die wesentlichen pädagogischen Leitlinien:

(1)    Faszination und Spielfreude vermitteln!

Höchstleistungen, Titel und eine ausschließliche Ergebnisorientierung nach dem Vorbild des Erwachsenenhandballs kann und darf im Kinderhandball nicht die Leitlinie sein! Spielfreude und gemeinsame Erlebnisse (bei Sieg und Niederlage!) bilden das Fundament für ein lebenslanges Sporttreiben bzw. für eine echte Handballbegeisterung.

(2)    Viele Einsatzzeiten ermöglichen!

Jedes Kind soll im Wettkampf gebührend zum Einsatz kommen! – diese Forderung ist oberste Maßgabe im Kinderhandball. Der DHB empfiehlt den Vereinen, die Anzahl der eingesetzten Kinder zu begrenzen bzw. sie auf mehrere Teams zu verteilen, um allen möglichst viele Einsatzzeiten zu ermöglichen.

(3)    Wettspiele am Alter und Könnensstand ausrichten!

Dieses Grundprinzip des entwicklungsgerechten Spielens bedeutet, dass Spielklassen nicht ausschließlich nach Alter und Leistung eingeteilt werden, wie beispielsweise im Jugend- und Erwachsenenhandball. Leistungsschwächere Kinder, Spätentwickler oder Quereinsteiger aus anderen Sportarten sollen im Verein die Möglichkeit haben, sofort und „ohne Druck“ Spielerfahrungen sammeln zu können.

(4)    Entwicklungsgerechtes Spielen soll Spielfähigkeit und Kreativität entwickeln!

Nur allzu oft werden Kinder in ein „taktisches Korsett“ mit starren Spielpositionen und Spielweisen gepresst. Defensiv-Taktiken aus dem Erwachsenenhandball sind aber völlig fehl am Platz. Kinder sollen das Spiel zwanglos erleben und lieben lernen!

(5)    Wettspiele müssen sich an kind- und entwicklungsgerechten Trainingsinhalten orientieren!

Noch immer wird die seit nunmehr über 20 Jahren bestehende DHB-Rahmentrainingskonzeption für das Training im Kinder- und Jugendhandball in den Vereinen nicht umfassend umgesetzt. Folgerichtig werden entwicklungsgerechte Schulungsinhalte im Vereinstraining nur dann konsequent umgesetzt werden, wenn auch das Wettspiel entsprechende Anforderungen stellt! Der DHB empfiehlt daher, begleitende Vielseitigkeitsarrangements in der E-Jugend (Link Vielseitigkeit) als Wettkampf mit Eingang in die Gesamtwertung zu organisieren; eine entsprechende Umsetzung obliegt den Landesverbänden.

(6)    Die pädagogische Zielperspektive: Ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen steht im Vordergrund!

Als einer der ersten Sportverbände überhaupt hat der DHB in seiner Rahmentrainingskonzeption eine pädagogische Zielperspektive formuliert:

Individuell betreuen, Persönlichkeit und sportliche Fähigkeiten fordern und fördern, die Spielfähigkeit langfristig und entwicklungsorientiert anlegen – das sollten die Bausteine eines pädagogisch orientierten Konzepts der Kinder- und Jugendarbeit in den Sportvereinen des DHB sein. Daran müssen sich auch die Wettspiele im Kinder- und Jugendhandball orientieren.

 

Weitere Informationen sind auf der Homepage des DHB (Link https://dhb.de/jugend/kinderhandball/paedagogische-leitlinien/leitlinien.html ) und des HV Westfalen (Link https://www.handballwestfalen.de/jugend/spielbetrieb-jugend/) zu finden.